fitzsimmons

William Fitzsimmons in Rostock

Wenn du in Berlin lebst, gibt es ca. drei Gründe, nach Rostock zu fahren.

1. Du willst ans Meer.
2. Rostock ist deine Heimatstadt und es gibt eine Familienfeier.
3. Es spielt ein guter Musiker auf, der ausnahmsweise mal nicht nach Berlin kommt.

Oder eben alles auf einmal.

Wer mir im letzten Jahr mehr als einmal begegnet ist, dem wird meine Leidenschaft für die Musik von William Fitzsimmons aufgefallen sein. Und obwohl das Konzert in Berlin noch nicht so lange her ist, war die Gelegenheit günstig, nach Rostock zu fahren, wo am 20. Mai 2010 die neue Europa-Tournee (na gut, Schwerpunkt Deutschland) startete.

Der Weg nach Rostock ist ein Weg ohne UMTS, Radiosender und Autos auf der Autobahn. Raus aus dem Rauschen. Vor allem: rein in die Heimat. Eine Stadt, in der Leggins, die manchmal gut - aber meistens gut gemeint - aussehen, (noch?) nicht verbreitet sind.

Georg Büchner
"Georg Büchner" im Stadthafen von Rostock, gegenüber vom M.A.U.

Meine Befürchtung, keine Eintrittskarte mehr zu bekommen wich ziemlich schnell der Erkenntnis, dass das M.A.U. halb voll bleiben würde. Ein schöner Familienkreis also. Ich bin schlecht im Schätzen, aber ich denke, es waren nicht mehr als 200 Leute.

Laura di Stasi war eine tolle Einstimmung. Vor allem war sie ein perfekter Part der Band im weiteren Konzertverlauf, sowohl an den Tasten, als auch mit ihrer Stimme. Ihre anfängliche Unsicherheit war also absolut unbegründet.

Die Band war im positivsten Sinne routiniert und harmonisch, einfach gut aufeinander abgestimmt. Im richtigen Moment zur Stelle, aber auch bei einigen Liedern im Hintergrund. William Fitzsimmons war großartig, weil einfach jedes Gespräch verstummt, wenn er beginnt, weil er alle in seinen Bann zieht. Selbst dem Knacken eines Plastikbechers im Publikum, folgt eine schnelle geflüsterte Entschuldigung. (Apropos Plastikbecher, seit wann sind die überall und für alles Pflicht? Furchtbare Trinkkultur auf Konzerten).

William Fitzsimmons und Band auf der Bühne
William Fitzsimmons und Band auf der Bühne. M.A.U. Rostock.

Neben vielen bekannten Songs gab es auch zwei ganz neue. William sprach von einem ganz neuen Album, an dem er arbeitet. Klang sehr gut, ich bin gespannt auf mehr. Die traurigen Songs, gepaart mit seinem Humor, haben den Abend jedenfalls rund gemacht. Ein besonderes Highlight war die Darbietung von "Good Morning" inmitten des Publikums, nur begleitet von Gitarre und Banjo, beides akustisch. An dem Punkt war die ohnehin vorhandene Intimität zum Publikum nicht mehr zu übertreffen. Nach zwei Zugaben war ein tolles Konzert vorbei.

Vielen Dank!

Kleine Zugabe: William Fitzsimmons - Good Morning

William Fitzsimmons in Berlin

Eins vorweg: Das Konzert war für mich ein absolutes Highlight!

Wenn man so sehr auf ein Konzert hinfiebert, dann können die eigenen Erwartungen schon mal etwas hoch sein. Bei William Fitzsimmons wurden sie nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.

William Fitzsimmons in Berlin
Foto: William Fitzsimmons im Festsaal Kreuzberg

Den Festsaal Kreuzberg kannte ich bisher noch nicht. Er war die perfekte Kulisse für diese Show. Unterstützt wurde Fitzsimmons an diesem Abend von Laura Jansen. Sie spielte zu Beginn eigene Stücke (E-Piano und Gesang) und hat sich später sehr harmonisch in den Background einiger Lieder von Fitzsimmons eingefügt.

Die Intimität, die von der Musik ausging, war unglaublich. An der Bar wurde im Flüsterton Bier bestellt und leisest geöffnet. Selbst das Klacken einer Spiegelreflexkamera wirkte störend.

Fitzsimmons hat uns mit seiner Art zu singen und Gitarre zu spielen in den Bann gezogen. Zwischendurch hat er jedoch auch seine Fähigkeiten als Entertainer und Deutschschüler unter Beweis gestellt. Einfach großartig hat er die Gradwanderung zwischen der Ernsthaftigkeit seiner Songs und den Witzen zwischendurch gemeistert. Mit so reduzierter Kommunikation so viel Präsenz zu erzeugen, ist wirklich eine Kunst. Danke, dass wir sie erlebt haben.

 

Hier die Live-Version von "It's Not True" vom 11. November:

Weitere Tracks vom Abend gibt es in dieser Youtube Playlist.

Links:

Update:
Bin gerade bei Last FM über einen tollen und absolut zutreffenden Blogbeitrag von "FieserPanda" gestolpert, den ich hier gerne verlinken möchte. Getan.

William Fitzsimmons kommt nach Deutschland

Kaum etwas hat mich in den letzten Monaten so sehr berührt, wie die Musik von William Fitzsimmons. Danke an Corry und Tocco, die ihn im letzten Winter in den Tiefen des Internets entdeckten. In regelmäßigen Abständen habe ich seine Tourdaten gecheckt. Neben einigen Auftritten auf Festivals gibt es nun von ihm eine ausgedehnte Rundreise durch Deutschland. Unter anderem kommt er am 11.11. in den Festsaal Kreuzberg und am 27.11. ins Übel&Gefährlich nach Hamburg. Die weitere Stationen findet ihr auf seiner Myspace Seite.

Wer einen Vorgeschmack haben möchte, dem kann ich die Videos in HD bei Youtube empfehlen, beginnend mit diesem.

William Fitzsimmons - Mend Your Heart

Kommen wir nun zum Lied des Tages. Stellt euch vor, ihr habt die perfekte Kite-Session hinter euch. Fast leerer Sandstrand, Wind und Wellen, auf denen die Sonne tanzt. Ihr wart stundenlang eins mit den Elementen, habt eure Bahnen gezogen und mit den Kickern gespielt. Bestimmt fällt euch so ein Tag noch ein, oder? Die Brandung hat euch am Ende auf den Sand gespült und ihr seid fix und fertig. Mit einem Grinsen und noch nassen Haaren sitzt ihr an der Düne. Wenn ihr jetzt den Kopf in den Nacken legt und die Augen schließt, seid ihr am glücklichsten Ort der Welt. Ihr braucht nichts mehr, kein Gespräch, kein Bier, oder sonstwas. Ihr hört ihr nur noch zwei Dinge: Das leise Rascheln eures Kites im Abendwind und dieses Lied. Play...

Ich glaube insgeheim, William singt hier über die Welle, die Sonne, die Wind, oder die Meer. Was auch immer er mit "she" meint. :-)

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