Facebook Freunde

Momentan habe ich 78 Freunde bei Facebook. Es gab Zeiten, da hatte ich ungefähr 200 und hätte ich so weitergemacht, wären es mittlerweile vermutlich doppelt so viele.

Man hört oft, wie langweilig Facebook ist, wie irrelevant und überhaupt viel zu viel von allem. Ich denke, viele Leute benutzen Facebook, indem sie Kontakte anhäufen, sich aber nie weiter darüber Gedanken machen.

Die Schere im Kopf, weil man verschiedenen Menschen unterschiedliche Dinge erzählen mag. Die Kommentare alter Schulfreunde, die geteilten Radio-Antenne Witze der entfernten Verwandtschaft. Die nur noch auf Facebook gelebten Brunftschreie längst verblasster Urlaubsbekanntschaften.
Ja, war schön. Damals, im Sommer 2008.

Auf Ski- oder Kitereisen lernt man schnell viele neue Leute kennen und teilt Fotos und Erinnerungen. Facebook ist einfach super dafür und ich mache natürlich gern mit – Selbstdarstellung Galore.
Dann geht jeder seiner Wege, räumlich und inhaltlich. Tagesinhalte und Themen verändern sich, Stimmungen auch. Hobbies wechseln mit den Jahreszeiten. Und wenn man ehrlich ist, hat man sich bald nicht mehr viel mitzuteilen. Wie im richtigen Leben, sich bei Facebook zu trennen also nur konsequent.

"Die Dunbar-Zahl beschreibt die Anzahl der Personen, von denen jemand die Namen und die wesentlichen Beziehungen untereinander kennen kann." (Quelle: Wikipedia)
Diese Zahl ist 150. Und es muss einen Grund haben, dass andere Netzwerke gleich mal die Anzahl möglicher Freunde auf diese 150 begrenzen.

Ich habe schon sehr gute Freunde "entfreundet", weil sie nicht auf Facebook aktiv sind, oder es einfach nicht unser Medium ist. Dafür bin ich mit Leuten befreundet, deren Art zu schreiben ich mag, obwohl wir sonst nicht viel miteinander zu tun haben.

Also: Facebook einfach mal etwas lockerer sehen, alte Freunde und Seiten rausschmeißen. Nichts spricht dagegen, später wieder befreundet zu sein und der Facebook Chat funktioniert ja trotzdem. Die nächste Kite- und Snowboardreise kommt bestimmt.